Umschuldung: Fünf Denkfehler, die am Ende Geld kosten

Wer über eine Umschuldung nachdenkt, hat meistens schon gerechnet. Oft sogar richtig. Trotzdem begegnen mir in Beratungsgesprächen immer wieder dieselben Denkfehler, und manche davon fressen die komplette Ersparnis wieder auf.

Zur Einordnung: Bei einer Umschuldung lösen Sie einen oder mehrere laufende Kredite durch einen neuen ab. Das Ziel ist ein niedrigerer Zins, eine einzige Rate statt drei oder eine Laufzeit, die besser zu Ihrem Leben passt. Klingt simpel. Die Tücken stecken im Detail.


1. „Hauptsache, die Rate sinkt“

Eine niedrigere Monatsrate fühlt sich gut an, sagt aber wenig über die Kosten. Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: 24.000 € zu 6,5 % kosten über fünf Jahre rund 470 € im Monat und insgesamt etwa 4.200 € Zinsen.

Strecken Sie denselben Kredit auf acht Jahre, sinkt die Rate auf gut 320 €. Die Zinsen steigen dafür auf rund 6.800 €. Die längere Laufzeit kann trotzdem richtig sein, wenn es finanziell eng ist. Man sollte sie nur bewusst wählen und nicht aus Versehen.


2. „Die Ablöse kostet bestimmt ein Vermögen“

Bei normalen Ratenkrediten ist die Vorfälligkeitsentschädigung gesetzlich gedeckelt: höchstens 1 % des abgelösten Betrags, bei weniger als einem Jahr Restlaufzeit 0,5 %. Wer 20.000 € Ratenkredit vorzeitig ablöst, zahlt also maximal 200 €. Ein Dispo kostet beim Ablösen gar nichts.


Anders sieht es bei Baufinanzierungen aus. Dort kann die Entschädigung deutlich höher ausfallen. Zehn Jahre nach der Auszahlung dürfen Sie aber auch dort mit sechs Monaten Frist kündigen, ganz ohne Entschädigung.


3. „Jede Anfrage drückt meinen Schufa-Score“

Nicht, wenn sie richtig gestellt wird. Eine reine Anfrage nach Kreditkonditionen sehen andere Banken nicht, und sie fließt nicht in Ihren Score ein. Erst wenn Sie ein konkretes Angebot annehmen, wird daraus eine echte Kreditanfrage. Wer dagegen bei fünf Banken direkt Kredite beantragt, hinterlässt tatsächlich Spuren.


4. „Die Restschuldversicherung ist eben weg“

Viele ältere Ratenkredite wurden mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen, oft als Einmalbeitrag gleich mitfinanziert. Wird der Kredit vorzeitig abgelöst, steht Ihnen in der Regel der nicht verbrauchte Teil des Beitrags zu. Fragen Sie aktiv danach. Von selbst kommt das Geld nicht immer.


5. „Danach ist das Thema erledigt“

Der häufigste Rückfall sieht so aus: Der Dispo wird mit der Umschuldung ausgeglichen, und ein Jahr später steht das Konto wieder bei minus 3.000 €. Dann zahlen Sie den neuen Kredit und obendrauf wieder Dispozinsen. Ich empfehle deshalb, den Dispo-Rahmen nach der Umschuldung zu senken. Das fühlt sich unbequem an, schützt aber die Ersparnis.


Wann ich von einer Umschuldung abrate

Wenn der Zinsvorteil kleiner als etwa einen Prozentpunkt ist, lohnt sich der Aufwand selten. Dasselbe gilt, wenn die Restlaufzeit nur noch wenige Monate beträgt. Und wenn schon die jetzige Rate kaum zu stemmen ist, hilft ein neuer Kredit meist nicht. Eine Schuldnerberatung dagegen oft.

Hausbesitzer haben übrigens einen Hebel, den Mieter nicht haben: Teure Konsumkredite lassen sich über die Immobilie absichern und so zu deutlich niedrigeren Zinsen umschulden. Ob das in Ihrem Fall passt, rechnen wir gern mit Ihnen durch, kostenlos und Schufa-neutral. Alle Details zu Ablauf und Voraussetzungen finden Sie auf unserer Seite zur Umschuldung.



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